Filotimia von Râmeț, Mutter des ehrw. Dometie des Barmherzigen

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Grab der hl. Filotimia

Gedächtnis: 6. Juli

Unsere ehrwürdige Mutter Filotimia wurde am 30. April 1896 im Dorf Bălănești, im Kreis Buzău, von rechtgläubigen Eltern, Simion und Elena Mirică, geboren. In der heiligen Taufe erhielt sie den Namen Filofteia – als eine verborgene Berufung zu einem Leben des Opfers und der Heiligkeit, nach dem Vorbild der Heiligen gleichen Namens.

Obwohl die unruhigen Zeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihr den Weg zu weltlicher Bildung einschränkten, empfing sie von Gott einen scharfen Verstand und ein gutes, liebevolles Herz. Im Elternhaus wurden in ihre Seele die Gottesfurcht – die der Anfang der Weisheit ist –, der rechte Glaube und die Güte eingepflanzt; und die Gottesdienste der Kirche, die sie sehr liebte, waren ihr ein verborgener Lehrmeister und Wegweiser zu den himmlischen Dingen.

Als sie das Alter von 20 Jahren erreicht hatte, verband sich die junge Filofteia durch das Mysterium der Ehekrönung mit Ioan Manolache, einem Sohn desselben Dorfes, einem Mann mit sanftem Gemüt und Liebe zu den heiligen Dingen. Gemeinsam gründeten sie eine christliche, Gott wohlgefällige Familie, in der Liebe, Gebet und ehrliche Arbeit das Fundament des Lebens bildeten.

Ihre Ehe wurde mit zwölf Kindern gesegnet, die Filofteia mit Opferbereitschaft und großer geistlicher Fürsorge aufzog, indem sie ihnen das Wort des Evangeliums und die Liebe zur Kirche ins Herz pflanzte. Doch ihre Mutterseele wurde von vielen Schmerzen durchbohrt, denn sieben dieser Kinder wurden in der Blüte ihrer Kindheit und Jugend vom Herrn abberufen. Dennoch murrte Filofteia, gestärkt durch die Hoffnung auf die Auferstehung und durch ihren festen Glauben, nicht, sondern trug ihr Kreuz mit Geduld und unsagbarer Standhaftigkeit und ertrug auch eine schwere leibliche Krankheit mit großer Geduld.

An der Seite ihres Gatten arbeitete sie unablässig, Tag und Nacht, um den am Leben Gebliebenen das für Leib und Seele Notwendige zu schenken und sie mit Weisheit und Gebet auf dem Weg des Guten zu führen. Ihre Mühen blieben nicht ohne Frucht, denn vier ihrer Kinder folgten der heiligen Berufung und weihten ihr Leben Christus: Der Sohn Stelian nahm das Mönchsgewand an und erhielt den Namen Dometie und wird nun zur Schar der Heiligen gezählt; die Tochter Eugenia legte ebenfalls das monastische Gewand an und empfing den Namen Eudoxia; der Sohn Gheorghe diente der Kirche durch den Gesang im Chorgestühl der Kirche seines Heimatdorfes; und der jüngste, Mihai, wurde zum Priester geweiht.

Nachdem sie mit ihrem Gatten 43 Jahre in gesegneter Ehe zusammengelebt hatte, wurde Filofteia im März 1959 erneut durch den Schmerz der Trennung geprüft, denn ihr Ehemann Ioan ging zum Herrn heim und wurde am Fest Mariä Verkündigung bestattet.

Als Witwe zurückgeblieben, mit einem Herzen voll Sehnsucht nach dem Himmlischen, richtete Filofteia ihre Schritte zum Kloster Râmeț, wo sie ihre Bestimmung und Erfüllung in der monastischen Ordnung fand, an der Seite ihres Sohnes, des heiligen ehrwürdigen Dometie des Barmherzigen von Râmeț, sowie ihrer Tochter, der Nonne Eudoxia. Am 30. April 1974 nahm sie das engelsgleiche Gewand an und empfing den Namen Filotimia. Der Ritus ihrer Mönchsweihe (Tonsur) wurde von ihrem Sohn, dem heiligen Dometie, vollzogen.

In vollkommener Demut und unablässig bemüht, das innere Gebet zu erlangen, wurde die heilige Filotimia besonderer geistlicher Gaben gewürdigt. Das Gebet im Herzen tragend wie einen süßen Hauch des Geistes und in Liebe zu den heiligen Gottesdiensten, die sie mit Ehrfurcht besuchte, wurde sie oft vom Wirken der Gnade des Heiligen Geistes ergriffen und vergoss Tränen der Reue. Im Gebet umfasste sie die ganze Schöpfung, und ihr Antlitz war erfüllt von himmlischem Frieden. Ihre Ratschläge, stets in Demut und Sanftmut gesprochen, entsprangen einer tiefen geistlichen Weisheit. Es gefiel ihr nicht, sich in viele Worte zu verlieren; jedes ihrer Worte war abgewogen und tröstete die aufgewühlten Herzen. Die Güte ihres Herzens und ihre Barmherzigkeit waren leuchtende Zierden ihres monastischen Lebens; nach Kräften unterstützte sie jene, die sie um Hilfe baten.

Kurz vor ihrem Entschlafen im Herrn erschien ihr der heilige Dometie und verkündete ihr, dass die Zeit ihres Hinübergangs in die Ewigkeit nahe sei. Von heiliger Ruhe erfüllt, rief sie ihre Zellenschülerin und teilte ihr diese göttliche Offenbarung mit. Sorgfältig und in heiliger Ehrfurcht bereitete sie sich auf die Begegnung mit dem Bräutigam Christus vor: Sie beichtete, nahm mit aller Aufmerksamkeit an der Göttlichen Liturgie teil und empfing danach die allreinen und lebensschaffenden Mysterien. Als sie in ihre Zelle zurückkehrte, bekannte sie ihrer Schülerin in Frieden, dass der heilige Dometie ihr für die Liebe und Sorge danke, die sie ihm erwiesen habe, und dass er sie unablässig gedenken werde. Sie nahm in Liebe und Heiterkeit Abschied und ging dann, mit reiner und erleuchteter Seele, am 22. Juli 1989 in Frieden zu den himmlischen Wohnungen hinüber.

Kurz nach dem Entschlafen der Ehrwürdigen begab sich die Äbtissin des Klosters, die Stavrophore Ierusalima Ghibu, nach Athen, um Rat und Segen vom Gotttragenden Porfirios dem Kavsokalyviten zu erbitten. Dieser hatte eine göttliche Offenbarung und sprach: „Ihr habt ein frisches Grab im Kloster. Diese Mutter, die zum Herrn gegangen ist, ist wie ein Seraph zum Himmel emporgehoben worden.“ So wurden die Nonnen der Heiligkeit der ehrwürdigen Filotimia gewiss und verherrlichten Gott.

Am 1. Juli 2025 wurden Filotimia gemeinsam mit anderen heiligen Frauen durch den Heiligen Synod der Rumänisch-Orthodoxen Kirche verherrlicht. Die allgemeine Proklamation der Verherrlichung wurde am 6. Februar 2026 in der Patriarchalkathedrale in Bukarest vollzogen.

Gebete

Troparion (4. Ton)

Im Schoß der Familie blicktest du zu Gott, indem du alle deine Kinder mit christlichen Lehren nährtest, dich selbst aber zum Opfer darbrachtest; und danach hast du durch deinen würdigen Wandel Râmeț geschmückt, indem du für die Welt betetest und Güte verbreitetest; darum, heilige Filotimia, ehren wir dein Gedächtnis.

Kondakion (4. Ton)

Wie ein Seraph bist du zu den Himmeln emporgehoben worden; gleichwie Porfirios, der Geheimnisschauer, durch die ihm verliehene Gnade klar bezeugte, hast du den Lohn deiner Mühen nach Gerechtigkeit empfangen; mit dem heiligen Dometios stehst du in der himmlischen Herrlichkeit. Darum preisen wir dich alle, Filotimia, indem wir deinen Lebenswandel ehren.

aus dem Rumänischen übersetzt